Individuelle Suchthilfe

Wie schütze ich mein Kind vor Sucht?

Frau, Mann, Kind Spaziergang

Wie schütze ich mein Kind? Was können Eltern tun, um Kinder zu schützen?

„Kinder soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schaden.“ (Pearl S. Buck)

 

Alle Eltern wollen, dass ihre Kinder geborgen und sicher aufwachsen und sich zu gesunden Erwachsenen entwickeln. Erziehung ist aber immer wieder eine schwierige Aufgabe und Kindern sowie Eltern, begegnen viele Unsicherheiten und Gefährdungen. Suchtmittelkonsum und Sucht sind nur ein Teil davon. Was kann man Kindern also auf ihrem Weg durchs Leben mitgeben, um diesen mit Lebensfreude und möglichst frei von Abhängigkeiten zu gehen?
Als Elternteil kann man kaum etwas daran ändern, dass es in unserer Gesellschaft Suchtmittel und Verhaltensweisen gibt, die zu einer Abhängigkeit führen können. Diese sind teilweise leicht verfügbar, sehr präsent und akzeptiert. Sehr wohl können Eltern aber in der Erziehung etwas dazu beitragen, dass ihr Kind selbstverantwortlich und bewusst damit umgeht. Dafür sollen Kinder unterstützt und ermutigt werden, sich mit sich selbst, mit  ihren Gefühlen und Bedürfnissen und mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen. Dabei können Eltern ihre Kinder gut unterstützen und begleiten und somit einen wichtigen Teil dazu leisten, ein Kind vor der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung zu schützen.  

 

„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“ (Maria Montessori)

Die Basis für viele Fähigkeiten und Ressourcen, die in der Suchtvorbeugung wichtig sind und Kinder davor schützen, suchtgefährdet zu sein, wird schon in der Kindheit gelegt. Eine sichere Bindung und das Erlernen von sozialen Fähigkeiten sowie das Entwickeln eines positiven Selbstbildes und Selbstwirksamkeit sind dabei besonders wichtig. Auch werden in der Kindheit Verhaltensweisen und Strategien erlernt, die ein Leben lange genutzt werden, um auf und in bestimmten Situationen zu reagieren – wie verhalte ich mich etwa bei Stress?  Wie gehe ich mit Konflikten um?  Was tue ich, wenn mir langweilig ist?

Was können Eltern nun konkret tun, um ihre Kinder vor Suchtverhalten zu schützen?

·        1.  Reden Sie mit ihrem Kind, hören Sie ihm zu, bieten Sie sich als Gesprächspartner_in an und nehmen Sie Fragen und Anliegen ernst.

·         2. Denken Sie an Ihre eigene Kindheit. Was hätten Sie von Ihren Eltern wirklich gebraucht, als Sie ein Kind waren? Was wollen Sie ihrem Kind weitergeben?

·         3. Vereinbaren Sie klare Regeln, setzen Sie konsequent Grenzen und bleiben Sie auch in schwierigen, konflikthaften Situationen in Kontakt mit ihrem Kind.

·         4. Reden Sie über Gefühle: Erzählen Sie Ihrem Kind was Sie denken und fühlen und bestätigen Sie es in dem, was es spürt, beobachtet, erkennt. Sprechen Sie auch über unangenehme Gefühle und wie man damit umgehen kann.

·         5. Helfen Sie Ihrem Kind, selbstbewusst „Nein“ zu sagen und trösten Sie es bei Enttäuschungen.

·         6. Interessieren Sie sich dafür, was Ihr Kind tut und wofür es sich begeistert, lassen Sie es auch eigene Erfahrungen machen.

·         7. Sprechen Sie mit ihrem Kind altersgerecht über Suchtmittel: Klären Sie es darüber auf, was man bei Suchtmittelkonsum beachten muss, erklären Sie warum Menschen Suchtmittel nehmen und welche Auswirkungen das haben kann. Wichtig ist  eine klare Haltung zu dem Thema Suchtmittelkonsum.

·         8. Seien Sie ein Vorbild und denken Sie über Ihren eigenen Umgang mit Suchtmitteln nach. „Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“ (Augustinus Aurelius)

·         9. Und: Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie nicht weiterwissen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich beraten zu lassen – Sie zeigen damit Stärke! Wir beraten Sie kostenfrei und anonym unter 01/205 552 500 oder über die online-Beratung.

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Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu unseren Tipps? Sprechen SIe direkt mit Ursula Zeisel, die diese Anregungen für Sie zusammengestellt hat.