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Baba, SUB - Zur Würdigung eines Standorts, der mit 2025 seine Türen schließen musste.

Needles or Pins (NOP), Sucht und Beschäftigung (SUB), drug-addicts@work, ABBE, Standfest, Bleib Dabei!.......

Denkt man über die Geschichte des arbeitsmarktpolitischen Standorts des Dialog nach, fallen einem viele unterschiedliche Begriffe ein. Die Überschrift listet nur einige auf, die prägend für die Angebote des Standorts waren.

So sehr sich die Finanzierung regelmäßig geändert und das Angebot dreimal den Standort gewechselt hat, so sind doch einige Grundgedanken immer gleich geblieben: die positive Bedeutung von Beschäftigung und die umfassende Unterstützung auf dem Weg dorthin. 

Aufgrund der speziellen Herausforderungen von Menschen mit einer Suchterkrankung sind spezifische Angebote notwendig, um sie ausreichend unterstützen zu können, wieder auf einem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Warum ist das so wichtig? Weil Arbeit mehr ist als nur ein Job.

Arbeit gibt Struktur, Anerkennung, steigert den Selbstwert und versorgt uns optimalerweise auch mit den notwendigen finanziellen Mitteln, damit wir ein „gutes“ Leben führen können. Arbeit sorgt damit für ein gewisses Maß an Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. In unserer Gesellschaft ist Arbeit ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für die soziale Teilhabe und das Bewusstsein, ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft zu sein. Unfreiwillige Arbeitslosigkeit exkludiert.

Wie wir diese Unterstützung zur Verfügung stellen konnten? Entsprechend unserem zweiten Kredo in der Betreuung und Begleitung im SuB: Der multiprofessionelle Fokus (psychosozial und medizinisch) auf die Situation der betroffenen Menschen und weiter gedacht ein transdisziplinärer Ansatz in der Teamzusammenarbeit. "Alles unter einem Dach" war das gelebte Motto.

Das gibt es auch weiterhin im Dialog, aber nicht mehr bei „Needles or Pins“ oder „Sucht und Beschäftigung“ (1996-2025).

Ehemalige Leiter_innen blicken zurück:

Damals, in der zweiten Hälfte der 90er Jahre

Das NoP (Needles or PINs) sollte den Dialog mit dem Arbeitsmarkt verbinden. Wie das genau gehen sollte, ist nicht im Konzept gestanden. Das wurde in den ersten Monaten entwickelt. Geholfen hat uns die Erfindung der Kurse. Das Kurssystem war dem AMS bekannt und an dieser Logik anschlussfähig. Öfter als nie waren die Teilnehmer:innen dann "jobready" oder fanden eine Beschäftigung in einem sozialökonomischen Beschäftigungsprojekt. Die Entlastung war für die Betreuer_innen am AMS spürbar. Sie wollten mehr davon und sie wollten auch Weiterbildung im Umgang mit Suchtkranken

Christian Tordy, Standort-Leiter von 1998-2003

Die Bedürfnisse unserer Klient_innen standen stets im Vordergrund

In der Zeit von 2004 bis 2008 zeichnete sich Needles or Pins durch große Flexibilität in den Angeboten aus: In einem EU-Projekt boten wir Verkaufstrainings, eine Frauengruppe oder eine virtuelle Firma an. Als kurzfristig die Weiterfinanzierung in der Regelförderung infrage stand, mutierten wir zur „aufsuchenden und begleitenden Betreuungseinrichtung“ mit intensiverer Betreuung, aber ohne Qualifizierungskurse. Die vielen verschiedenen Zugänge und Inhalte forderten die Mitarbeiter_innen, aber es machte auch Spaß, sich immer wieder auf Neues einzulassen. Dabei stand das Bestreben, die Angebote auf die Bedürfnisse unserer Klient_innen anzupassen, stets im Vordergrund.“

Martin Weber, Standort-Leiter von 2004-2008

Wir begleiteten hunderte Menschen auf ihrem Weg zurück zur Arbeitsfähigkeit

Zwei unterschiedliche Beine, fest am Boden verankert, das war lange Jahre das Symbolbild für ein Angebot in "Sucht und Beschäftigung", das Stabilität und Sicherheit geboten hat, für Menschen in einer Lebensphase zwischen den Welten. "Standfest", so hat das 2009 etablierte Angebot geheißen. Das Jahr 2015 war für den Dialog erstmalig durch ein Angebot für „trockene Alkoholiker_innen“ gekennzeichnet und durch so viele Kurse wie nie zuvor im SuB. In den anschließenden Jahren fand ein Angebotswechsel statt. So widmeten wir uns ab dann suchtkranken Menschen, die arbeitsmarktferner im Graubereich der Arbeitsfähigkeit waren, und zwar vorrangig in der Beratung. Diese Arbeit erfolgte im Rahmen einer BBE für das AMS Wien und wir begleiteten in den Folgejahren hunderte Menschen auf ihrem Weg zurück zur Arbeitsfähigkeit bzw. durch die Institutionen hin zu einer gesicherten Existenz.

Wolfgang Kramer, Standort-Leiter von 2008 bis 2018

 

Herausforderung angenommen: meine Leitung von SUB und Standfest

2017 übernahm Wolfgang Kramer die Position der stellvertretenden Geschäftsführung, wodurch die Leitung des SUB vakant wurde. Für mich war schnell klar: Das ist meine Chance, das SUB und Standfest zu leiten. Also habe ich mich beworben – und die Herausforderung angenommen. Die BBE Standfest war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gut etabliert und aufgestellt, das Angebot breit gefächert und innovativ. Meine Herausforderung war sicherlich, dieses hohe Niveau zu halten, am Ball zu bleiben und die Angebote klient_innenorientiert weiterzuentwickeln. Dank der aktiven Mitsprache unserer Klient_innen, ihrer ehrlichen Rückmeldungen und des großen Innovationsgeists im Team ist es uns gut gelungen, neue Workshop-Angebote ins Leben zu rufen bzw. bestehende zu adaptieren. Viele unserer Klient_innen, suchtkranke Menschen im Graubereich der Arbeitsfähigkeit, die sich oft außerhalb bestehender Systeme bewegen, konnten wieder Zutrauen und Zuversicht gewinnen. Dass ich daran an entscheidender Stelle mitwirken konnte, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit

Barbara Waidhofer, Standort-Leiterin von 2018-2025

Christian Tordy
Martin Weber
Wolfgang Kramer
Barbara Waidhofer