Cannabis-Gruppe im Dialog
Vor drei Jahren haben wir eine akzeptanzorientierte Cannabis-Gruppe entwickelt, die auf Basis verhaltenstherapeutischer Ansätze „leichtfüßig“ die relevanten psychoedukativen Elemente vermittelt und gleichzeitig Raum für Reflexion, Ressourcenaufbau und -erweiterung schafft.
Die vielen Diskussionen rund um das Thema Cannabis beeinflussen nicht nur die sozialpolitische Landschaft, sondern haben auch einen relevanten Einfluss auf das Suchthilfesystem und seine Angebote. Um diesen neuen Anforderungen zu begegnen, haben wir im Jahr 2023 eine akzeptanzorientierte 7-teilige Cannabis-Gruppe entwickelt, die „leichtfüßig“ die relevanten psychoedukativen Elemente vermittelt und gleichzeitig Raum für Reflexion, Ressourcenaufbau und -erweiterung schafft. Auf Basis verhaltenstherapeutischer Ansätze werden in der Gruppe die Themen Substanzinformation, Suchtentwicklung, Ressourcenmobilisierung, Problemlösetraining, Umgang mit Craving und Rückfallprophylaxe mithilfe spielerisch-kreativer Methoden vermittelt.
So sind die Einheiten in folgende Themen wie folgt gestaltet:
- Kennenlernen und Rahmenbedingungen
- Ursachen von Sucht
- Ressourcen
- Auslöser
- Craving
- Umgang mit Rückfällen
- Abschluss
Die Gruppe richtet sich an erwachsene Klient_innen, die ihren Cannabiskonsum ändern möchten. Die Cannabisgruppe versteht sich als „Zusatzangebot“ und die Personen müssen bereits in einer laufenden Betreuung/Behandlung in einer unserer Ambulanzen sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob Cannabis die Leit- oder eine Begleitsubstanz ist. Die Erfahrung aus den bisher stattgefundenen Gruppen zeigt, dass Teilnehmende zu Beginn des Programms häufig konsumieren und diesbezüglich unzufrieden sind. Fast alle wollen reduzieren, die meisten beschäftigen die Folgen des Konsums (Antriebslosigkeit, soziale Konsequenzen, Schlafen, ...), die wenigsten können sich Abstinenz vorstellen.
Das Spielerische der Gruppe (wie beispielsweise Flaschendrehen) ist gut geeignet für eine junge Zielgruppe und erzeugt Nähe, die den Austausch erst ermöglicht; das wertfreie Anfragen eröffnet die Möglichkeit für authentische Antworten.
Die Teilnehmenden wünschen sich viel Austausch und können diesen auch mehrheitlich dazu nutzen, offen zu reden und Dinge aussprechen, die sicher nicht leicht zu sagen sind. Sie nehmen den Humor der Programmumsetzung gut an. Erfolgreich ist die Gruppe im Austausch, der gegenseitigen Unterstützung und dem respektvollen Umgang miteinander.