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Spitzentausch im Dialog – Einblicke in den Standort Puchgasse 

Ein langgehegter Wunsch vieler Klient_innen und Mitarbeiter_innen des Dialog wurde erfüllt: In enger Kooperation und mit Unterstützung der Suchthilfe Wien konnte der Spritzentausch 2024 im Dialog starten. 

Die Suchthilfe Wien ist an den Dialog herangetreten, um Spitzentausch dezentral und niederschwellig in unseren Einrichtungen anzubieten – eine Aufgabe, die wir sehr gerne übernommen haben. Das Projekt wurde zuerst in unserem Standort in der Puchgasse implementiert, da hier keine Umbauarbeiten notwendig waren. Nach und nach wurde es auch an den anderen Standorten  angeboten. 

Warum wir als Facheinrichtung das Spritzentauschprogramm als wichtigen Bestandteil von Harm Reduction ansehen, ist einfach erklärt: Klient_innen, die intravenös konsumieren, haben oft nicht die Möglichkeit, sich laufend neue Spritzen zu besorgen. Der finanzielle Aspekt spielt hier ebenso eine Rolle wie Schamgefühle. Deshalb werden Spritzen immer wieder verwendet oder sogar geteilt. Damit steigt das Übertragungsrisiko von Bakterien. Erkrankungen und Infektionen (Hepatitis C, HiV) können die Folge sein. Die Möglichkeit, gebrauchte Spritzen abzugeben, beugt diesen Risiken vor. Gleichzeitig ist damit eine sichere Entsorgung gebrauchter Spritzen garantiert.

Begonnen wurde die Implementierung  mit einer kurzen Konzeptphase, die sowohl den inhaltlichen als auch den strukturellen Rahmen bestimmen sollte: 

Räumlich konnte schnell ein guter Platz für das notwendige Equipment (wie Tauschkübel, Desinfektionsmittel, Materialkasten oder Paravent als Sichtschutz) gefunden werden und mit wenig Aufwand wurde es installiert. Die Suchthilfe bleibt ein wichtiger Partner für dieses Angebot, da sie sowohl das Material liefert als auch die vollen Kübel abholt. 

Das Team wurde von einem Mitarbeiter der Suchthilfe Wien eingeschult und wir wurden mit ausreichendem Informationsmaterial für uns und vor allem für die Klient_innen beliefert. Mittlerweile ist die Einschulung auf den Spritzentausch eine Pflichtschulung für neue Mitarbeiter_innen. 

Inhaltlich richtet sich der Spritzentausch an alle Klient_innen des Dialog und ist während der Öffnungszeiten möglich. Der Tausch wird nur statistisch, nicht namentlich dokumentiert. So ermöglichen wir Klient_innen einen niederschwelligen Zugang. Begleitend werden Safer-Use-Informationen angeboten. Es werden weiterhin regelmäßig in den Betreuungsgesprächen Risiken und Alternativen besprochen. Der Spritzentausch ist mittlerweile auch ein wichtiges Angebot für unsere minderjährigen hochriskant konsumierenden Klient_innen geworden. Natürlich liegt hier der Fokus auf Aufklärung: Bevor unsere Jugendlichen das Angebot nutzen können, wird ein Safer-Use-Gespräch geführt und eine Erste-Hilfe-im-Drogennotfall-Schulung, die wir jeden Donnerstagnachmittag anbieten, nahegelegt. 

Seit März 2024 ist das Angebot nun in der ISN implementiert. Nach einer ruhigen Anfangsphase wurde der Spritzentausch im letzten Jahr zu einem wichtigen Bestandteil unseres Angebots und von unseren Klient_innen gut genutzt: 

Alleine in unserem Standort Puchgasse haben 2025 insgesamt 135 Tauschkontakte an 105 Tagen stattgefunden. Insgesamt wurden 6885 Spritzen getauscht. Ein großer Erfolg für Safer Use!