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1. Block: Grundlagen Sucht - Suchtbasics

Wie entsteht Sucht? Ab wann ist man süchtig? Gibt es Sexsucht tatsächlich?

Dieser Themenblock gibt eine umfassende Einführung in das Thema Sucht. Neben der Definition, Theorie und Entwicklung von Sucht werden Ursachen und unterschiedliche Konsummotive beleuchtet. Dabei wird die Relevanz von Diversitätskategorien (Geschlecht, Migrationshintergrund ...) berücksichtigt. Dr. Jutta Korosec ergänzt den Themenblock mit einem Input zur Neurobiologie von Sucht. Darauf aufbauend wird auf gesellschaftliche Aspekte des Themas, die Drogenpolitik und schließlich die fachliche Haltung eingegangen. Die Wechselwirkungen und Auswirkungen von Konsumverhalten und Sucht werden diskutiert und das österreichische Suchthilfesystem und die Kooperation mit anderen Einrichtungen vorgestellt.

2. Block: Substanzen, Konsumtrends & C0

Ab wann ist Alkohol schädlich? Wie wirkt Psilocybin? Ist Cannabis auch in kleinen Mengen verboten? 

Dieser Seminarblock widmet sich ausführlich den relevantesten Suchtmitteln wie Alkohol, Cannabis, Opiaten, Halluzinogenen, Kokain oder Amphetaminen sowie in begrenztem Ausmaß den nicht-stoffgebundenen Süchten. Darüber hinaus werden Opioid-Agonisten-Therapie (OAT), Erste Hilfe im Drogennotfall und Präventions- und Risikominderungsstrategien (Safer Use) vorgestellt sowie gesetzliche Rahmenbedingungen besprochen.

3. Block: Gesprächsführung und Tools in der Suchtberatung

Wie spreche ich das Thema Sucht in meiner beruflichen Tätigkeit an?  Welche Herausforderungen gibt es? Was macht ein gutes Gespräch aus? 

Dieser Seminarblock zielt darauf ab, die Teilnehmenden in ihrer Fähigkeit zu stärken, Gespräche effektiv zu führen und dabei ihre eigene Berater_innenpersönlichkeit zu entwickeln und zu reflektieren. Es werden der Ansatz der mentalisierungsbasierten Haltung und konkrete Gesprächstechniken, angelehnt an die motivierende Gesprächsführung, in der Praxis vorgestellt und trainiert.

4. Block: Sozialpsychiatrie und Sucht

Wie hängen Sucht, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen & Co zusammen? Wie funktioniert professionelle Krisenintervention? Was bringt die interdisziplinäre Behandlung?

Dieser Seminarblock widmet sich den komplexen Zusammenhängen zwischen sozialpsychiatrischen Erkrankungen und Suchterkrankungen. Es bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene psychische Störungsbilder (affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, Angststörungen) und deren Wechselwirkungen mit Suchtverhalten sowie effektive Interventionen und Behandlungsmethoden. Krisenintervention und die Bedeutung der interdisziplinären Behandlung im Sinne der Koordination zwischen Psychiatrie, Suchttherapie und Sozialarbeit runden das Seminar ab.

5. Block: Sucht in der Jugend und im Alter

Welche Besonderheiten kennzeichnen die Entstehung und Entwicklung von Sucht im Jugend- und höheren Erwachsenenalter? Welche spezifischen Anforderungen ergeben sich daraus für Prävention, Beratung und Behandlung?

Das Modul vermittelt eine lebensphasenorientierte Perspektive auf Sucht und Abhängigkeit. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung, Manifestation und Dynamik problematischen Konsums in unterschiedlichen Lebensabschnitten sowie die daraus abgeleiteten Interventions- und Behandlungsmöglichkeiten. Besonderes Augenmerk gilt den spezifischen Herausforderungen in der Arbeit mit Jugendlichen und älteren Menschen sowie der Gestaltung einer zielgruppengerechten Suchthilfe. Darüber hinaus werden die Rolle und Einbindung von Angehörigen diskutiert - mit einem Blick auf die Themen Mitgefühl, Abgrenzung und Selbstfürsorge.

 

6. Block: Trauma, Bindung und Transgenerationalität bei Suchtpatient_innen

Warum stellen Traumafolgestörungen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Suchterkrankung dar? Wie beeinflussen frühe Bindungs- und Emotionsregulationserfahrungen die Suchtentwicklung? Welche Mechanismen liegen der transgenerationalen Weitergabe von Traumatisierungen und Suchterkrankungen zugrunde?

Im Zentrum dieses Moduls stehen die Zusammenhänge zwischen Trauma, Bindung, früher Emotionsregulation und der Entwicklung von Suchterkrankungen sowie die Mechanismen transgenerationaler Weitergabe. Es wird aufgezeigt, wie frühe Beziehungserfahrungen und die Fähigkeit zur Emotionsregulation die psychische Entwicklung prägen und welche Bedeutung sie für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Sucht haben. Besonderes Augenmerk gilt Schwangeren mit einer Suchtproblematik, deren Lebenssituation spezifische Anforderungen an medizinische, psychologische und psychosoziale Unterstützung stellt. Ebenso widmen wir uns den Kindern aus suchtbelasteten Familien, die häufig unter belastenden Entwicklungsbedingungen aufwachsen und ein erhöhtes Risiko für emotionale, soziale und gesundheitliche Beeinträchtigungen tragen. 

7. Block: Suchtbehandlung im Kontext von sozialer Diagnostik und Recht - Lehrgangsabschluss

Wie unterstützen Instrumente der sozialen Diagnostik eine bedarfsgerechte Beratung und Behandlung? Welche Bedeutung haben interprofessionelle Vernetzung und rechtliche Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Menschen mit Suchterkrankungen?

Dieses Modul vermittelt zentrale Grundlagen der sozialen Diagnostik und der sozialarbeiterischen Praxis im Suchthilfekontext. Vorgestellt werden diagnostische Instrumente – etwa die Netzwerkkarte – sowie deren Nutzen für die Einschätzung von Ressourcen, Belastungen und Unterstützungsbedarfen. Darüber hinaus werden die Rolle der Fachkraft im Versorgungssystem sowie die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Berufsgruppen und Institutionen reflektiert.

Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf den rechtlichen Rahmenbedingungen der Suchthilfe. Behandelt werden praxisrelevante Fragestellungen, unter anderem zu den Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes (SMG), zur Schweigepflicht, zum Datenschutz sowie zum Kindeswohl. Ziel des Moduls ist es, die Handlungssicherheit der Teilnehmenden im professionellen Umgang mit komplexen psychosozialen und rechtlichen Fragestellungen zu stärken. Den Abschluss des Moduls bilden die gemeinsame Reflexion des Lehrgangs und der Lehrgangsabschluss.